Grundsätzliches zur U5 in Barmbek

Es ist höchste Zeit, ein vernünftiges, zukunftsfähiges Konzept für einen attraktiven ÖPNV in Hamburg zu entwickeln und umzusetzen. Ja!

Dabei müssen aber Anwohner und Umwelt besonders geschützt werden! Eine Planung vom grünen Tisch aus – über die Köpfe der Bürger hinweg – ist schon lange nicht mehr zeitgemäß.

Die bisherige Planung zielt vor allem auf möglichst positive Zahlen für die Bewilligung von Bundesgeldern zur Finanzierung der U5 ab.

Die für diesen Bauabschnitt geplante Anbindung von Barmbek-Nord hat hier an der Fuhle bislang kaum jemand vermisst. Wer vom Hartzloh Richtung Innenstadt möchte, hat in 10 Jahren die Option, eine Station bis Rübenkamp zu fahren und dort in die S-Bahn umzusteigen. Und vielleicht in 20 Jahren auf dem Weg in die Innenstadt 3 Minuten zu sparen. Für die Zahlenspiele der Hochbahn mag das egal sein, aber für uns Anwohner im Hartzloh macht die hier geplante Station eine noch lebenswerte Ecke in Barmbek kaputt!

Wir fordern die Hochbahn daher auf, bei Ihrer Planung die Schutzgüter Mensch und Umwelt wieder zu berücksichtigen!

Außerdem fordern wir die Hochbahn auf, die vom Senat geforderte und von der Bezirksversammlung einstimmig beschlossene Form der Bürgerbeteiligung umzusetzen!

„Die Beteiligung der Öffentlichkeit soll dabei so rechtzeitig erfolgen, dass die sich aus ihr ergebenden Anregungen in den formalen Planungsprozess vor dessen offiziellem Start einfließen können.“

Aus Kreisen des Stadteilrates hörte man aber, dass die hier geplante Station intern schon längst beschlossene Sache sei! Ist das so?

Unsere Bürgerschaft zum Thema U5:

„Bereits mit Beginn der Machbarkeitsuntersuchungen … [gilt es,] alle betroffenen Gruppen zu identifizieren und in einen konstruktiven Beteiligungsprozess einzubeziehen. Dazu zählen … insbesondere die Anwohnerinnen und Anwohner …“

Wir warten nun schon fast ein Jahr auf den Beginn eines konstruktiven Beteiligungsprozesses sowie auf die versprochenen „frühzeitigen, transparenten, umfassenden und niedrigschwelligen Informationen“.

Wir sind bereit zum Dialog. Aber wir sind vor allem bereit unseren Stadtteil, unsere Kinder, und auch unser Eigentum zu schützen!

Wir hoffen sehr darauf, dass endlich ein sinnvoller Standort für die U-Bahn-Station gesucht wird, der das Wohl von Anwohnern und Umwelt höher ansetzt als Zahlen auf dem Papier.

Stattdessen werden ab dem 6. Oktober die Probebohrungen und Vermessungsarbeiten im Hartzloh beginnen. Wir haben die Hochbahn und die BWVI (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) als Auftraggeber der Hochbahn für den Bau der U5 aufgefordert, die Probebohrungen zu stoppen, bis alle Alternativen untersucht und im Dialog mit den Bürgern abschließend bewertet sind. Wie zu erwarten war, haben wir bisher keine Reaktion erhalten. Sind die beim Bürgerdialog gemachten Forderungen, die Vorschläge und der Widerstand der Anwohner gegen eine Station im Hartzloh der Hochbahn komplett egal oder einfach nur lästig?

 

Die Hochbahn setzt mit der Bürgerbeteiligung eine Senats-Richtlinie um. Das ist eine große Chance! Beteiligen Sie sich! Sagen Sie der Hochbahn Ihre Meinung!

Ihr Ansprechpartner bei der Hochbahn ist Herr Martin Boneß.
Telefon 040 / 32 88-55 41, E-Mail: martin.boness @ hochbahn.de

5 Gedanken zu „Grundsätzliches zur U5 in Barmbek

  1. Hallo,
    kurze Frage, handelt es sich bei den Widerständlern der U5 in Barmbek Nord überwiegend um Eigentumsbesitzer mit eigenen vier Wänden und eigenem PKW-Stellplatz oder sind auch normale Mieter unter den Widerständlern?
    Der scharfe Ton der Texte ist meines Erachtens etwas forsch von einer Gruppe bestehend aus 15 Leuten. Es gilt immernoch, Allgemeinwohl geht vor Einzelwohl. Ja, es ist sehr schade um die alten Bäume, aber wenn die Fällung und offene Bauweise dazudient, dass a) mehrere tausend Anwohner endlich einen befriedigenden ÖPNV-Anschluß bekommen und es b) dazu dient, dass die Kosten im Rahmen und ggf. zwischen Bund und Stadt aufgeteilt werden, dann ist dies sehr förderlich.
    Ja, ich verstehe auch, dass niemand Interesse an einer Baugrube direkt vor seiner Haustür hat, aber Veränderung ist nötig, denn Stillstand ist Rückschritt.
    Leider klingt dieser gesamte Internetauftritt ein wenig nach dem Motto „ich bin für die U5, aber bitte nicht bei mir“, ähnlich wie „ich bin für Windräder, aber bitte nicht bei mir“ etc. Vielleicht könnte man ja auch einige positive Aspekte anführen.
    Gruß

  2. Sehr geehrter Herr „a“,

    da Sie offenbar nicht aus Barmbek-Nord kommen und daher nicht von den Planungen zur U5 hier betroffen sind, lege ich Ihnen ans Herz, sich zunächst mit unseren Argumenten auf diesen Seiten konstruktiv auseinander zu setzen.

    Hier finden Sie auch die Antworten auf Ihre Fragen. Sie können sich auch gerne vor Ort informieren – das nächste Treffen der Bürgerinitiative findet am 27.10.2016 statt, weiteres dazu finden Sie auf http://www.lebenswerter.hartzloh.de

    Mit freundlichem Gruß
    Robert Lindenau

  3. Wenn Herr Lindenau behauptet, dass nur Einwohner aus Barmbek Nord von der Planung betroffen sind, so verkennt er die Bedeutung und Größenordnung des Projektes U5 für Hamburg. Jeder Hamburger, könnte einmal davon profitieren, dass Barmbek Nord durch eine U Bahn erschlossen wird . Die U5 ist ein Projekt, das die Stadt auch noch in 50 Jahren prägen wird.
    Das vorgetragene Konzept entstand nach Vergleich der Erschließungsfaktoren. Es ist nur recht und billig, dass die Hochbahn einen maximalen Erschließungseffekt anstrebt, um Fördermittel vom Bund einwerben zu können.
    Die Diskussion kreist zu sehr um das Grundsätzliche und weniger um technische Einzelheiten der Bauausführung. Das bisherige Konzept sieht vor, dass die Station Harzloh in offener Bauweise mit gravierenden Eingriffen in den Baumbestand erstellt wird. Alternativ wäre es möglich, so vorzugehen wie beim Bau der U Bahnstationen Gänsemarkt und Messehallen. Bei diesen Stationen wurden von Startschächten aus, zwei parallele Röhren im Schildvortreib erstellt. Die beiden Bahnhofsröhren wurden dann durch kurze Verbindungsgängsgänge untereinander verbunden. Die Startschächte würden an der Fuhlsbüttler Straße und am östlichen Ende des Hartzlohs liegen.

    • Lieber Herr Dr. Krohn!

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben recht, dass die U5 ein Jahrhundertprojekt für Hamburg werden könnte – allein die Anbindung von Steilshoop und Bramfeld ist schon fast ein halbes Jahrhundert überfällig! Für Ihre Aussage, „dass die Hochbahn einen maximalen Erschließungseffekt anstrebt“, fehlt bisher leider jede Evidenz. Bitte schauen Sie hierzu unsere Karten und gerne auch weitere Informationen auf dieser privaten Website sowie auf den Seiten unserer später entstandenen Bürgerinitiative.

      Gerne würden wir mit der Hochbahn in eine Diskussion zur Bauausführung eintreten. Wäre die Hochbahn dazu bereit, die von Ihnen vorgeschlagene Bauweise (Bahnhofsschild) umzusetzen, würde es unseren Widerstand und unsere Bürgerinitiative wahrscheinlich nicht geben. Leider wurden die ursprünglichen guten Prämissen beim Bau der U5 augenscheinlich zugunsten politischer Wünsche und kostensparender Bauweise geopfert – dies können und werden wir nicht hinnehmen.

      Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Ideen und Anregungen direkt der Hochbahn mitteilen – je mehr Menschen dies tun, desto größer die Chance, dass aus dem Projekt U5 wirklich ein Jahrhundertprojekt wird, auf das alle Hamburger stolz sein können.

    • Ergänzung zur Antwort meines Mannes:

      „Maximaler Erschließungseffekt“ bedeutet außerdem, dass auf keinen Fall am Hartzloh gebaut werden würde, da der Erschließungseffekt weiter östlich in Barmbek-Nord (Stichwort: Erschließungslücke rund um die Steilshooper Straße auch im Hinblick auf zukünftige Stadtplanung!) wesentlich (!) höher ist. Hierzu haben wir schon vor einiger Zeit Stellung bezogen. Am 14.12.2016 (Bürgerdialog) wurde deutlich, dass der Auftraggeber eine andere Zielsetzung priorisiert (Anbindung Fuhlsbüttler Str. auf Höhe der Hochtief-Zentrale). Das hat nichts mehr mit dem Erschließungseffekt zu tun.

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