Gleisdreieck: Baumfällungen durch Behördenfehler?

Im Gleisdreieck Alsterdorf entsteht ein Busbetriebshof, um an der alten Betriebsstätte Mesterkamp Platz für das Wohnungsbauprogramm der SPD zu machen. Dafür wurde im Schweinsgalopp der Bebauungsplan durchgewunken, alle Einwände und das Ergebnis des eigens in Auftrag gegebenen Umweltgutachtens ignoriert. Nach dem Beschluss Mitte Februar 2016 wurde umgehend die Fällgenehmigung erteilt, damit die Rodungsarbeiten knapp vor dem Ende der Fällsaison Anfang März 2016 abgeschlossen werden konnten. Innerhalb weniger Arbeitstage wurden 2.800 Bäume gefällt.

Jetzt bewahrheitet sich die rechtzeitige Warnung auf einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 24.09.2015 durch einen Landschaftsplaner:

„Herr Schaper antwortet, dass es bei so einer großflächigen Rodung immer wahrscheinlich sei, dass der verbleibende Gehölzbestand mit geschädigt werde. Da im Osten und Süden des Geländes die Bahnschienen an das Gelände grenzen, sei zuallererst die Verkehrssicherungspflicht zu betrachten und sicherzustellen, dass Bäume nicht in die Oberleitungen stürzen können.“

Die Schädigung und Destabilisierung der Randbäume durch die Kernrodung des Waldes war zu erwarten. Es wurde gewarnt, dass die freigestellten Bäume durch den Verlust des Waldes auf die Bahngleise stürzen und den Zugverkehr gefährden können – genau dies ist eingetreten. Haben die Behörden die Warnung ignoriert oder darauf gehofft, dass alles gut gehen wird? Beides wäre grob fahrlässig! Werden die Verantwortlichen nun die Verantwortung für die bewusst herbeigeführte Gefährdung des Schienenverkehrs übernehmen? Die Verantwortung für die weiteren 476 Bäume, die nun gefällt werden mussten? Nein, es wird alles so hingenommen und darauf hingewiesen, dass die Genehmigung für die Rodung der Randbebauung bereits in der Genehmigung für die Kernrodung enthalten war.

Warum war die Genehmigung zur Fällung von Bäumen, die laut Planung bestehen bleiben sollten, bereits beantragt und im Februar 2016 genehmigt worden? Wurde die Gefährdung des Schienenverkehrs bewusst in Kauf genommen? War die Fällung von weiteren fast 500 Bäumen schon antizipiert worden?

2 Gedanken zu „Gleisdreieck: Baumfällungen durch Behördenfehler?

  1. Pingback: Genug ist genug! – BÜRGERINITIATIVE FÜR EINEN LEBENSWERTEN HARTZLOH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.