Hochbahn verspricht weiteren Bürgerdialog

Auf der Sitzung des Stadtteilrats Barmbek-Nord am gestrigen Abend wollte die Hochbahn eigentlich die Planungen zur U5 im Stadtteil präsentieren. Auch die Bürgerinitiative für einen lebenswerten Hartzloh hatte sich für einen Beitrag angemeldet, und viele interessierte Anwohner waren erschienen.

Es verstand sich von selbst, dass im Rahmen dieser Sitzung nur beschränkt Zeit zur Verfügung stand. Danke an dieser Stelle an den Stadtteilrat, der uns nicht nur erlaubte unsere Präsentation in etwas gekürzter Form zu halten, sondern angesichts der vielen Fragen der Anwohner an die Hochbahn den Zeitrahmen um weitere fünf Minuten verlängerte.

Die erwartete Präsentation der Hochbahn gab es leider nicht zu sehen. Stattdessen übernahm Andreas Ernst, Stabsbereichsleiter Bürgerbeteiligung bei der Hochbahn, das Podium und warb für Verständnis und Vertrauen bei den Anwohnern.

„Wir sind  in einer sehr, sehr frühen Phase der U-Bahn-Planung“, so Ernst. Die Bürgerbeteiligung mache „im Idealfall die Planung besser.“ Die Hochbahn benötige noch Zeit für die Planung, die Stationslage Hartzloh sei „nicht unproblematisch“. Im Moment werden von der Hochbahn 11 mögliche Haltestellenlagen vertieft untersucht – manche davon gar nicht so weit auseinander. Noch in diesem Jahr will die Hochbahn auf einem Bürgerdialog die Ergebnisse, sowie die Vor- und Nachteile der untersuchten Standorte vorstellen. Dann wisse man, mit welchen möglichen Standorten weiter geplant werde.

Haltestellenlagen werden ergebnisoffen geprüft

Olaf Weinrich, Planer bei der Hochbahn, erläuterte: „Wir hatten bei der Machbarkeitsuntersuchung nicht die Aufgabe aus vielen, vielen Haltestellenlagen in Barmbek-Nord die allerbeste zu finden, sondern (…) zu zeigen, dass es eine verkehrlich sinnvolle und technisch grundsätzlich machbare Lösung gibt, um in Barmbek-Nord eine Haltestelle zu bauen.“ Erst in der aktuell laufenden Vorentwurfsplanung sei es Aufgabe, die beste Haltestelle zu finden. „Wir sind noch völlig ergebnisoffen.“

Herr Ernst warb nochmals um Vertrauen und erklärte, dass die Hochbahn die Ängste und Sorgen der Anwohner absolut ernst nehme.

Fragen und Antworten

Die anschließende Frage einer Anwohnerin, warum in Barmbek-Nord überhaupt eine Haltestelle sein muss, blieb leider unbeantwortet. Es war aber der Startschuss für eine spontane, kurze Frage-Antwort-Runde. Die Frage, warum überhaupt eine offene Baugrube geplant würde, wurde von Herrn Weinrich dahingehend beantwortet, dass wegen des hohen Grundwasserspiegels in Hamburg eine bergmännische Bauweise die Station gleich doppelt so teuer mache. DIe Hochbahn sei nicht frei von wirtschaftlichen Zwängen.

Ein anwesender Arzt erklärte, dass es aus medizinischer Sicht indiskutabel sei, in einer Wohnstraße über viele Jahre in offener Bauweise zu bauen. Herr Ernst erklärte: „Wir haben im Rahmen der Untersuchungen und der Verfahren auch die sogenannten Schutzgüter Mensch und Umwelt zu betrachten.“ Dennoch sei es Stand heute, dass die Hochbahn die Haltestellen in offener Bauweise bauen würde.

Eine letzte Frage betraf die Nennung der 11 untersuchten Standorte. Diese sollen erst auf dem geplanten Bürgerdialog im Dezember dieses Jahres veröffentlicht werden.

Einen Termin für die Veranstaltung im Dezember steht noch nicht fest. Es verspricht, eine spannende Adventszeit zu werden.

2 Gedanken zu „Hochbahn verspricht weiteren Bürgerdialog

  1. Haben wir vielleicht schon etwas erreicht; weil heute morgen die Bohrstelle im Hartzloh ohne Bohrungsarbeiten wieder entfernt wurde: es macht Hoffnung!
    Ein gutes Wochenende für alle;
    Ulrike Finke

    • Nach meinen Informationen (ich schreibe dazu noch etwas) konnte an der Bohrstelle nicht gebohrt werden, weil zu viele Versorgungsleitungen im Weg waren. Im Moment werden außerdem weitere Bohrungen in der Rungestraße durchgeführt – das war der 2. Alternativ-Vorschlag der Hochbahn. Weitere Bohrungen finden aktuell im Rübenkamp zwischen den Schrebergärten (geplante Bahnhofslage) sowie auf dem Gelände des Quartier 21 (dort verläuft die Kurve Richtung Rübenkamp) statt.
      Herzliche Grüße
      Robert Lindenau

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