Wie die Hochbahn ihre Planungen erklärt

In ihrem Artikel „U5 Ost – Wo kommen denn jetzt die Haltestellen hin?“ werden die Kriterien beleuchtet, die die Hochbahn-Planer schließlich zur Auswahl der Haltestellenlagen bringen.

Es heißt dort:

„Für die Haltestellen der U5 Ost haben sich so in der Machbarkeitsuntersuchung verschiedene Varianten ergeben.“

Welche „verschiedenen Varianten“ sind hier gemeint?

Es finden sich zwar verschiedene Varianten für Haltestellen in Variante 2 (Bahnhofsschild, ermöglicht unterirdischen Stationsbau, ist aber etwa 30% teurer). Aber da die Empfehlung der Machbarkeitsuntersuchung die billigere Variante 1 mit Zweigleisschild ist (eine Röhre für zwei Gleise), bleiben somit folgende Haltestellen übrig:

  • Bramfelder Dorfplatz
  • Schreyerring
  • Hartzloh Ostseite
  • Rübenkamp Ostseite
  • Sengelmannstraße
  • City Nord

Also lediglich die nun präsentierten Vorzugsvarianten.

Die präsentierten alternativen Lagen in den Bürgerdialogem waren lediglich „Abschuss-Varianten“, um die Vorzugsvariante zu stärken. Die einzige in Variante 1 mögliche „Lösung 3“ für zwei Stationen in Steilshoop wurde gar nicht gezeigt, obwohl gerade diese den Kosten/Nutzen-Faktor einer zentralen Station gut zeigt.

Die Variante Bramfelder Chaussee hätte gar nicht erst angedacht werden dürfen, wenn die Teilsperrung einer Hauptverkehrsstraße in der Bauphase ein Ausschlusskriterium sein soll. Die Variante Bramfelder Marktplatz wurde nie ernsthaft in Betracht gezogen.

In Barmbek Nord waren die drei auf dem Bürgerdialog gezeigten Varianten noch nicht einmal in der Machbarkeitsuntersuchung enthalten! Hier wurden bisher keine Varianten untersucht (abgesehen von der nicht mehr präsentierten, ursprünglichen Planung Elligersweg – hierzu ist der Hartzloh die nachgeschobene Variante für offene Bauweise).

Letztendlich geht es bei den herausgearbeiteten Vorzugsvarianten leider bislang fast nur um die Kosten – auf Kosten der Anwohner.

Ich bin sehr gespannt, ob als Ergebnis der Vorentwurfsplanung wirklich noch die sehr wackelige Argumentation für den Standort Hartzloh Ost aufrechterhalten wird. Und ob der nachvollziehbare Wunsch der Steilshooper nach dem Standort Gründgensstraße berücksichtigt wird, der eine bessere Netzwirkung bei geringfügig schlechterer Erschließung bietet. Auch für das angeschlagene EKZ Steilshoop könnte ich mir vorstellen, dass die Stationslage Gründgensstraße Vorteile hätte, da die Menschen von dort Richtung EKZ nach Hause gehen.

Der Artikel suggeriert, dass die laufenden Planungen noch einmal ganz von vorne anfangen, um die wirklich optimalen Standorte unabhängig von den aktuell präsentierten zu ermitteln. Demnach kann also die final präsentierte Streckenführung deutlich von der aktuell gezeigten abweichen. Trotzdem werden jetzt dort Probebohrungen gemacht, wo später die U5 vielleicht gar nicht langfahren soll? Warum?

Entweder wird hier der zweite Schritt vor dem ersten getan – oder nicht nur die Stationen Sengelmannstraße und Rübenkamp „sind gesetzt“.

Wie kann überhaupt die Station Rübenkamp schon „gesetzt“ sein, wenn doch gerade alternative Lagen untersucht werden?

 

Diesen Beitrag habe ich auch als Kommentar im HochbahnBlog geposted.

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