Worum geht es?

U P D A T E  02.01.2017: Sollte die Hochbahn ihre Pläne verwirklichen, wäre dies ein Experiment mit den betroffenen Menschen – ein Bauvorhaben dieser Dimension ist in einer engen Wohnstraße wie dem Hartzloh noch nie umgesetzt worden! Die Hochbahn selber konnte auf kein auch nur annähernd vergleichbares Projekt in Deutschland hinweisen. Die derzeit gesetzten Ziele beim Bau der U5-Ost sind rein politisch motiviert und ignorieren das Allgemeinwohl. Anstatt an einem zukunftsfähigen Ausbau des ÖPNV in Hamburg zu arbeiten, wird mit leicht widerlegbaren, fadenscheinigen Argumenten eine rücksichtslose Planung der U5 vorangetrieben, die in letzter Instanz zum Scheitern verurteilt ist.

Worum geht es? Die Hochbahn plant hier im Hartzloh den Bau einer U-Bahn-Station der zukünftigen Linie U5. Zwischen Fuhlsbüttler Straße und Wagenfeldstraße soll es statt Bäumen, Straße und Fußwegen eine Großbaustelle geben. Die Bauzeit ist mit etwa 4 Jahren (!) veranschlagt. Wie die nötige Breite der Baugrube von 20m erreicht werden kann, weiß die Hochbahn noch nicht (oder will es uns nicht sagen) – die zur Verfügung stehende Breite, wenn Bäume, Straße und Fußwege weggenommen werden, beträgt 17m, es fehlen also noch mindestens 3m! Es ist kaum vorstellbar, dass nach einem Bauprojekt dieser Größenordnung unser Hartzloh noch wiederzuerkennen sein wird. Von den Belastungen der Anwohner im und um den Hartzloh während der Bauphase ganz zu schweigen!

Warum eine U5-Station in Barmbek-Nord? Die geplante Linie U5 von Bramfeld in die City Nord wird extrem teuer. Dies kann die Stadt Hamburg nicht alleine finanzieren und braucht daher einige Milliarden Euro vom Bund. Um diese Gelder zu erhalten, ist die Hochbahn bestrebt möglichst hohe Nutzerzahlen für die neue U-Bahn vorzulegen um zu zeigen: „Die Investition lohnt sich.“ Darum der „Anschluss“ von Barmbek-Nord mit einem Umweg nach Süden.

Warum dieser Standort? Es wird ein Standort an der Fuhlsbüttler Straße favorisiert – aber möglichst weit weg von der S-Bahn Alte Wöhr und Rübenkamp, denn im Umkreis von 600m bzw. 720m Fußweg um eine Station gilt ein Gebiet bereits als „erschlossen“. Die Kreuzung Hartzloh/Fuhlsbüttler Straße ist nach dieser Definition bereits ein durch die S-Bahn erschlossenes Gebiet! Eine „Neuerschließung“ findet darum nur auf dieser Seite der Fuhle statt. Aus diesem Grund ist die Hochbahn bereit, in einer eigentlich viel zu engen Wohnstraße eine riesige Baugrube auszuheben – ohne Rücksicht auf Umwelt, alten Baumbestand und Anwohner!

Gäbe es Alternativen? Allerdings. Die Hochbahn müsste nur bereit sein, einen für Bau und Betrieb optimalen Standort zu suchen, ohne auf den Abstand zu S-Bahn zu schielen. Die von der Hochbahn statistisch errechneten Nutzerzahlen für eine Station Hartzloh kannibalisieren bereits die S-Bahn – von den berechneten 10.800 Nutzern kommen etwa die Hälfte von der S-Bahn! Einem sinnvolleren Standort – auch in größerer Nähe zur S-Bahn – ist der Vorzug zu geben! Die Hochbahn muss nur wollen!

Wird die U5 bis in die Innenstadt führen? So ist es geplant. Als wichtigstes Ziel für den Bau der U5 wird die Entlastung der Metro-Buslinien 5+6 genannt. Warum wird dann nicht dort mit dem Bau begonnen? Weil die Linie durch Winterhude, Uhlenhorst und das neue, teure In-Viertel Sankt Georg führt – dort ist mit erheblichem Widerstand der solventen Einwohner zu rechnen. Die Stadtbahn ist am Widerstand einzelner Bürger aus Winterhude gescheitert! Aber: Wenn die U5 für viel Geld erst einmal bis in die City Nord gebaut ist, sind damit Fakten geschaffen, die ein „durchdrücken“ der weiteren Streckenabschnitte erleichtern könnte. Ob die U5 jemals den Hauptbahnhof erreichen wird, oder als Teilstrecke auch zukünftig in der City Nord endet, steht in den Sternen. Wenn es einmal soweit sein sollte, „könnte“ die Reisezeit vom Hartzloh bis zum Hauptbahnhof mit der U5 „bei einigen Verbindungen“ etwas schneller sein als bisher mit Bus und U3. Im besten Fall werden es drei Minuten Zeitersparnis sein.

Was macht uns Sorgen in der Bauphase? Die Baugrube wird zwangsläufig extrem nah an die Wohnbebauung reichen. Niemand kann garantieren, dass es keine Probleme z.B. mit Grundwasser gibt. Im Keller unseres Hauses haben wir oft einen Wasserdruck von unten. Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs war Grundwasser, das in die Baugrube sickerte, die Unglücksursache, bei der zwei junge Menschen ums Leben kamen. Die Baugrube war dabei vom Stadtarchiv sogar recht weit entfernt. Noch heute wird vor den Gerichten um Schuldfragen und Entschädigungen für die Anwohner gestritten.

Was macht uns Sorgen im laufenden Betrieb der U-Bahn? Die Linie U5 wird so geplant, dass im vollautomatischen Betrieb bis zu 5 Züge innerhalb von 10 Minuten fahren. Gibt es noch Lebensqualität für die Anwohner, wenn den ganzen Tag Vibrationen in den Wohnung spürbar sein sollten? Hält die Bausubstanz das aus? Kann die Hochbahn dafür garantieren, dass es keine Auswirkungen geben wird?

 

Die Hochbahn setzt mit der Bürgerbeteiligung eine Senats-Richtlinie um. Das ist eine große Chance! Beteiligen Sie sich! Sagen Sie der Hochbahn Ihre Meinung!

Ihr Ansprechpartner bei der Hochbahn ist Herr Martin Boneß.
Telefon 040 / 32 88-55 41, E-Mail: martin.boness @ hochbahn.de

 

 

Alle aufgeführten Informationen sind entweder öffentlich zugänglich und/oder stellen unsere persönliche Sichtweise dar. Wir stehen im schriftlichen Dialog mit der Hochbahn, konnten aber bislang zu vielen angebrachten Punkten keine konkrete Antwort oder weiterführende Informationen erhalten. Bei ihrer Infoveranstaltung am 19.09.2016 konnte die Hochbahn die etwa 200 anwesenden Anwohner nicht überzeugen – es gab eine breite, empörte Ablehnung!
Claudia und Robert Lindenau